Herbstlehrgang Ždíkov 2026: Taktik und Tradition im Böhmerwald

Ein fester Termin im Kalender des klassischen Fechtens: Auch in diesem Herbst ging es für unsere Fechterinnen und Fechter wieder über die Grenze nach Ždíkov im Böhmerwald. Bereits zum zweiten Mal unter der bewährten Leitung von Wolfgang Mladek und Florian Kreuziger wurde die langjährige Tradition dieses intensiven Fechtseminars erfolgreich fortgesetzt.
Das diesjährige Programm war wieder dicht gestaffelt und der Fokus lag dabei nicht auf reinem Auswendiglernen, sondern auf dem Verstehen von gegnerischen Reaktionen, Mensuren und Klingenwegen: Wie man verschiedene Gegnertypen „knacken“ kann, indem man sie zu den bevorzugten Verhaltensmustern noch ermutigt, diese dann aber gnadenlos ausnutzt. Vom vorsichtigen Zauderer zum aggressiven Heranstürmer, der auf jede Blöße mit großem „Hurra“ losgeht, über den nervigen Dauerkreisparadendreher zu dem, der sich hinter der mit langem Arm vorgereckten Waffe verschanzt und sich dort zu Unrecht geschützt fühlt. Am Ende wurden sie doch alle von den Teilnehmenden sicher getroffen.
Neben den schweißtreibenden Stunden in Fechtsaal und Suite kam auch der traditionelle Austausch abends beim gemeinsamen Essen nicht zu kurz. Ein besonderes Highlight war das Ritteressen im historischen Gewölbe, untermalt von stimmungsvollen Lautenklängen einer waschechten Bardin aus den eigenen Reihen, die mit alten and neueren Weisen zu begeistern wusste.
Auch die eine oder andere Anekdote aus der Duellgeschichte der Napoleonischen Kriege wurde zum Besten gegeben: Passend zum Lehrgangsprogramm hatten die Vertreter der akademisch-eleganten französische Fechtschule teilweise ihre liebe Not mit dem pragmatisch schnörkellosen Vorwärtsdrang britischer Offiziere.
Mit rauchenden Köpfen, müden Beinen, vielen neuen Erkenntnissen für das eigene Gefecht und der gewohnt hervorragenden Stimmung im Team ging ein rundum gelungenes Lehrgangswochenende zu Ende.





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