Klassische Technik des Monats

Liement/Croisé   eine Aktion der französischen Schule.

Liement: auf Deutsch = Bindung
das Liement ist ein Croisé, welchem ein gerader Stoß folgt.


Croisé, in der älteren französischen Literatur auch als Liement bezeichnet, ist eine Aktion der französischen Schule. Die italienische Schule hat die Aktionen den Fili (Gleitstößen) zugeordnet.

Croisé erfaßt die gegnerische Klinge in einer der oberen Linien und führt unter ständiger Beherrschung der Spitze in die benachbarte, nebenliegende untere Blöße und umgekehrt.

Generell kann man Croisé aus allen Bindungen machen, bewährt haben sich aber nur jene aus der hohen Linie. Die Aktion wird nach der Bindung bezeichnet, z.B.  Sixte Croisé trifft in der inneren unteren Blöße.

Ausführung:
Man bindet die Klingenschwäche des Gegners mit der eigenen Klingenstärke, am Besten mit Glockenbindung. Beim Führen der Spitze auf die Trefffläche unter gleichzeitigem Armstrecken gleitet die eigene Klingenstärke zur gegnerischen Klingenmitte; gleichzeitig verstärkt man den Druck auf sie und führt die Faust nach oben oder nach unten.

Die Handstellung (Supination oder Pronation) kann beibehalten oder gewechselt werden, je nach Ausgangsposition und dem eigenen Empfinden.

Croisé eignet sich als Angriffsaktion, besonders gut aber als Riposte mit direktem oder indirektem Stoß. Croisé wird in einem Tempo durchgeführt und ist besonders gut gegen feste gegnerische Klingen zu führen. Für den Angriff eignen sich Quart- und Sixte-Croisé (Quart auswendig) am besten. Quart-Croisé ist auch eine vorzügliche Riposte.


 

Siegfried Raczka

Die klassische Technik des Monats wird präsentiert
     von unserem Fechtmeister Siegfried Raczka.

Quart-Liement
Nach der Quartbindung - ohne Druck - mit kurzem Gleiten in Supination unter Bedrohung des gegnerischen Oberarmes Spitze in einem Bogen in die gegnerische Flanke führen; gleichzeitig Faust drehen in die Pronation und Arm strecken; Faust wird leicht nach unten innen geführt. Ausfall zusammen mit Armstrecken.

Die Aktion ähnelt der fianconata di quarta der italienischen Schule (Flankengleitstoß in der 4. Faustlage).

Fehler:
1. die Faust wird zu weit nach links geführt mit der Folge, das der Stoß rechts abgleitet.
2. die Faust wird gehoben, dadurch gelangt man an die Klingenstärke des Gegners mit der Folge, dass diese nicht mehr gut zu beherrschen ist.
3. die Faust wird schon bei der Bindung in Pronation gedreht, einer der häufigsten und am schwierigsten auszumerzenden Fehler beim Schüler.

Quartcroisé kann gut als Fintangriff verwendet werden. Gegen Linkshänder ist die Aktion nicht zu empfehlen; Glocke behindert die angreifende Spitze.

Angriffe mit vorhergehenden Liements
Wirklich erfolgreich im Gefecht sind lediglich die einfachen Liements aus Quarte in Seconde und aus Septime in  Terz. Ferner die doppelten Liements/Croisé
** aus Quarte zum Quartestoß und aus Septime zum Septimestoß.

Übungsbeispiele:

1. Engagement in Quarte
V
: hält seine Klinge flach
A: macht Liement aus Quarte in Seconde und geraden Stoß unter dem gegnerischen Handgelenk in die Flanke

2. Engagement in Septime
V: hält seine Klinge flach
A: macht Liement aus Septime in Terz und geraden Stoß nach oben

3. Engagement in Quarte
**
V: hält seine Klinge flach bis leicht gehoben
A: geht aus Quarte in Seconde und aus Seconde in Quarte und stößt zur Brust oben außen

4. Engagement in Septime
**
V: hält seine Klinge flach
A: geht aus Septime in Terz und aus Terz in Septime und stößt in die Flanke