Klassische Technik des Monats
Die Angriffe auf die Klinge
hier: der Bindungsstoß
nach belegen (Engagement), stringiren, binden-
franz. la pression (= wegdrücken, Klingenmitte auf Klingenmitte)
ital. il legamento, il deviamento
Angriffe auf die Klinge sind Fechtaktionen, die gegen die gegnerische Klinge durchgeführt werden mit dem Ziel, einen eigenen Angriff vorzubereiten oder einzuleiten.
Wir kennen folgende Angriffe auf die Klinge:
Deutsch Französisch Italienisch
Bindung la pression* il legamento
Druckbindung la contrepression il copertino
Belegen Engagement tatto del ferro
unter "belegen" versteht man im Allgemeinen eine Bindung ohne Druck
Übungen nach einer eigenen Bindung
- als Aktionen können folgen-
Gegner Angreifer Angreifer
gegnerische Reaktion einfacher Angriff zusammengesetzter Angriff
1. keine Reaktion direkter Stoß, Gleitstoß einfache Finte
2. macht Gegendruck macht Umgehungsstoß macht Umgehungsstoß mit Finte
3. macht Umgehung in Linie neuer Bindungsstoß neuer Bindungsstoß mit Finte
4. versucht eigene Bindung Kreisstoß, Umgehungst. Kreisstoßfinte
5 macht Umgehungsstoß Parade - Riposte
Terz/Sixtbindung
aus ihr sind alle Klingenangriffe und freien Angriffe möglich. Sie soll mit ca. 2/3 gestrecktem
Arm genommen werden. Aus der Bindung bieten sich Angriffe in die Flanke an. Auch als Kreisbindung und im Wechsel mit Quart und Second/Oktav (Transporto) gut zu gebrauchen.
Übungsbeispiele:
1. Durch das Belegen auswendig suche ich den Gegner nieder- und nach außen zu drücken. Dies geschieht mit Terz und Quart. Es es nicht möglich (z.B. Gegner hat strammen Arm), so greife ich mit einem festen Terzstoß an. Geht der Gegner - um das Belegen zu verhindern - in die Höhe, so erhalte ich Blöße unten und stoße Sekund. Geht er unten durch (Cavation) um meine Klinge wieder oberhalb zu binden, so stoße ich in die obere Blöße auswendig Sekund oder Quart.
2. Durch das Belegen inwendig erhalte ich, wenn der Gegner dem Druck nachgibt, Blöße zum Quartstoß inwendig. Drückt er aber - um sich zu schützen - gegen meine Klinge, so erhalte ich Blöße über dem Arm - cavire und stoße Quart auswendig oder Terz (feste Stöße).
Second/Oktavbindung:
ausgezeichnet als Ausgangsposition. Sie wird mit ca. 2/3 gestrecktem Arm genommen. Bindung nicht zu nahe am Körper machen, hier gilt besonders: Knauf am Puls!
Übungsbeispiel:
Eine besondere Art des Stringirens ist das Heben/Graduiren, wodurch ich mit meiner Stärke des Gegners Schwäche in die Höhe drücke. Dies geschieht am besten gegen ein gestrecktes Lager.
Das Heben geschieht nach auswendig mit Sekund, nach inwendig mit Quart. Läßt sich der Gegner nicht Heben, so stoße ich ausendig Sekund und inwendig Quarte coupée. Versucht der
Gegenpart aber, mich niederzudrücken, so stoße ich Quart inwendig fest oder feste Sekund unter den Arm.
Quartbindung:
gut geeignet zur Ausforschung der gegnerischen Gewohnheitsreaktion. Auch für die Vorbereitung eines eigenen Angriffs. Die Quartbindung darf nicht zu nahe am Körper genommen werden, die Klinge liegt etwas flacher als in der "Standardquart".
Septimebindung und ihre Varianten:
die Angriffsmöglichkeiten aus der Septime sind begrenzt, nicht unbedingt für Anfänger geeignet.
Primbindung, Quinte, Mezzocerchio - nicht für Anfänger

Die klassische Technik des Monats wird präsentiert
von unserem Fechtmeister Siegfried Raczka.
